Ausstellung zum Thema Heimat und Demenz

Ausstellung zum Thema Heimat und Demenz im Kreishaus in Minden

Unter dem Motto „Heimat und Demenz“ werden seit dem 05. Februar bis zum 30. April 2024 insgesamt 15 neue Exponate der Künstlergruppe Rahden präsentiert.

Menschen mit Demenz verlieren im Laufe der Erkrankung ihre Erinnerungen, Gedanken und auch ihre Orientierung. Hoffnung macht aber, dass auch Menschen mit Demenz einen inneren Bezug zu ihrer Heimat behalten. Genau diesen hoffnungsvollen Aspekt haben die Künstler*innen aus Rahden und Umgebung in ihren neuen Bildern aufgegriffen.

Christin Wiegmann - Spiegelbild
Christin Wiegmann - Spiegelbild

Medieninformation

Ausstellungseröffnung „Heimat und Demenz“ der Künstlergruppe Rahden im Kreishaus in Minden

„Meine Tante hatte Demenz, und trotzdem saß sie noch mit 99 Jahren im Garten und hat die Beete gepflegt“, „Ich habe verhältnismäßig junge Menschen mit Demenz im Pflegeheim porträtiert“, Gesichter werden zu Masken, wenn die Erinnerung verschwindet – und doch kann hinter dem Loslassen etwas Freundliches, Helles, Positives folgen. „Wenn die Krankheit weit vorangeschritten ist, sind die Menschen oft sehr entspannt, sie haben ja keine Sorgen mehr“: Eine große Bandbreite an Gedanken, Perspektiven und Gefühlen steht hinter den Werken, die die Künstlergruppe Rahden aktuell im Kreishaus in Minden ausstellt unter dem Titel „Heimat und Demenz“. „Meine Mutter war an atypischem Parkinson erkrankt und für uns nur noch schwer zu erreichen“, erinnert sich Landrat Ali Doğan bei der Ausstellungseröffnung an seine Erfahrung als Angehöriger.

Demenz ist ein Thema, das viele Menschen auf die eine oder andere Art berührt oder betrifft. Ein Ziel der kommunalen Pflegeplanung des Kreises Minden-Lübbecke ist, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen dabei zu unterstützen, die mit der Erkrankung einhergehen Herausforderungen zu bewältigen. Die Künstlergruppe Rahden zeigt mit ihren Bildern eindrucksvoll, dass diese Krankheit das Leben der betroffenen Menschen, aber auch das Leben der nahen Angehörigen nachhaltig verändert. Unter dem Motto „Heimat und Demenz“ werden insgesamt 15 Exponate, darunter 13 neue Exponate präsentiert. Für Pflegekräfte in Einrichtungen, Mitarbeiter*innen ambulanter Dienste oder pflegende Angehörige ist es von besonderer Bedeutung, sich mit diesen Aspekten auseinanderzusetzen, wenn sie einen Menschen mit Demenz pflegen. Die jetzt im Kreishaus gezeigte Ausstellung ist die vierte dieser Art der Künstlergruppe Rahden. Bis zum 30. April 2024 können Interessierte die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Kreishauses besuchen, sie befindet sich im Gebäude A der Kreisverwaltung auf der Sitzungsebene vor dem Sitzungssaal.

Menschen mit Demenz verlieren im Laufe der Erkrankung ihre Erinnerungen, Gedanken und auch ihre Orientierung. Hoffnung macht aber, dass auch Menschen mit Demenz einen Bezug zu ihrer Heimat behalten, gerade weil Heimat viel mehr ist als zum Beispiel ein Ort, an den nicht mehr zurückgedacht werden kann. Heimat entsteht in Beziehungen zu anderen Menschen, in einer gemeinsamen Sprache, in Verbundenheit, durch bevorzugte Musik oder einen geteilten Lebensstil; genau diese Aspekte greift die Ausstellung auf. „Wir wollen auf der einen Seite auf die Veränderungen hinweisen, die diese Erkrankung mit sich bringt, und auf der anderen Seite betonen, dass die Welt auch mit Demenz ein bunter Ort bleibt“, so der Rahdener Künstler Rainer Benk.

Landrat Ali Doğan ging in seiner Eröffnungsrede darauf ein, dass bei einer Demenz nicht nur die erkrankte Person, sondern auch die engsten Angehörigen unterstützt werden müssen. „Damit meine ich zum Beispiel auch, dass Arbeitgeber sich bewusstmachen müssen, dass es sicher unter ihren Mitarbeitenden Menschen gibt, die zuhause eine oder einen erkrankten Angehörigen pflegen.“ 6.400 Menschen bzw. 7,5 Prozent der über 65-Jährigen waren im Jahr 2021 im Kreis Minden-Lübbecke an Demenz erkrankt; und die Zahl der Betroffenen steigt stetig an, was vor allem auf die demografische Entwicklung zurückzuführen ist. Einen besonders hohen Beratungs- und Unterstützungsbedarf haben die über 80-Jährigen. Das DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke unterstützt Menschen mit Demenz ebenso wie ihre Angehörigen. Das Beratungsteam des Demenzfachdienstes sucht mit den Familien individuelle Lösungswege für ein gutes Leben trotz Demenz. Alle aktuellen Projekte im Rahmen des DemenzNetzes haben zum Ziel, einen demenzfreundlicheren Kreis Minden-Lübbecke zu gestalten und Versorgungslücken zu schließen.

Das DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke ist seit dem Jahr 2005 ein stetig wachsender Zusammenschluss von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen, engagierten Einrichtungen und Diensten im Kreis Minden-Lübbecke sowie Kostenträger*innen im Gesundheitswesen. Die Grundidee des DemenzNetzes ist, gemeinsam mit vielen Engagierten ein förderliches Umfeld für demenzkranke Menschen und ihre Bezugspersonen im Mühlenkreis zu schaffen und zu erhalten. Das DemenzNetz bietet Engagementmöglichkeiten für Institutionen und Serviceleistungen für erkrankte Menschen und Angehörige.

Gruppenfoto (v.l.) Katja Ewers (Sozialamt), Dr. Christian Adam (Koordinator DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke), Juhan Wallenberg (Künstlergruppe Rahden), Dr. Vera Schrader (SeniorExpertin DemenzNetz), Hannelore Kühnen (Künstlergruppe Rahden), Heike Bochard (Künstlergruppe Rahden), Rainer Benk (Künstlergruppe Rahden), Landrat Ali Doğan, Gudrun Kahmeyer (Künstlergruppe Rahden), Christin Wiegmann (Künstlergruppe Rahden), Cornelus Siero (SeniorExperte DemenzNetz), Monika von Platen-Nimbs (Künstlergruppe Rahden), Markus Kusaj (SeniorExperte DemenzNetz), Beate Horstmann-Grote (Leben mit Demenz – Alzheimergesellschaft Kreis Minden-Lübbecke), Horst-Dieter Tiemann (SeniorExperte DemenzNetz), Christina Gebhardt (Leben mit Demenz – Alzheimergesellschaft Kreis Minden-Lübbecke)

Monika von Platen-Nimbs (Künstlergruppe Rahden, von hinten) erklärt Landrat Ali Doğan ihr Werk „Tür der Erinnerung“

Christin Wiegmann (Künstlergruppe Rahden) vor ihrem Werk „Spiegelbild“ (v.l.) Monika von Platen-Nimbs (Künstlergruppe Rahden), Landrat Ali Doğan, Dr. Christian Adam (Koordinator DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke), Hannelore Kühnen (Künstlergruppe Rahden), Dr. Christian Lücker (SeniorExperte DemenzNetz), Dr. Vera Schrader (SeniorExpertin DemenzNetz), Christin Wiegmann (Künstlergruppe Rahden), Horst-Dieter Tiemann (SeniorExperte DemenzNetz)

Kontakt:

Dr. Christian Adam
Kreis Minden-Lübbecke
32423 Minden, Portastr. 13

Tel.: 0571 807- 23630
Fax: 0571 807- 33630

e-mail: c.adam@minden-luebbecke.de
Internet: http://minden-luebbecke.de

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Koordinationsbüro DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke
Simeonstraße 19, 32423 Minden

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